In den Bergen wird es wärmer

In den Bergen wird es wärmer

Die Kontinente der Nordhalbkugel haben sich in den mittleren und hohen geographischen Breiten bisher am stärksten erwärmt: In Deutschland liegt der Temperaturanstieg im 20. Jahrhundert bei +0,9°C, in Österreich bei +1,1  und in der Schweiz bei +1,4°C.

Dabei sagt der Anstieg der Durchschnittstemperatur nur wenig über regionale Veränderungen aus, denn alle Klimafaktoren können sich in ihrer regionalen Verteilung unterschiedlich verändern: Intensität und zeitliche Verteilungsmuster der Strahlung, Verdunstung von Wasser, Luftfeuchtigkeit, zeitliche Verteilung und Intensität von Niederschlägen und Schneemengen, Temperatur, Luftdruck und Luftbewegung.

In Bergregionen wirkt sich die Klimaänderung noch extremer aus. In den Alpen stiegen die Temperaturen am stärksten an: mehr als doppelt so stark wie im weltweiten Durchschnitt (OECD, 2007): um etwa 2°C. Die Temperatur nimmt dabei in der Höhe schneller zu als in tieferen Lagen und die Temperaturminima steigen dreimal schneller an als die Maxima: d.h. die Nächte werden wärmer1.  1994, 2000, 2002 und 2003 und 2007 waren in den Alpen die wärmsten Jahre der letzten 500 Jahre.

Mit jedem 1° C Erwärmung verschiebt sich die Null-Gradgrenze um 150 Höhenmeter nach oben. Die Auswirkungen sind drastisch und bereits heute zu spüren: Gletscher schwinden2, Permafrostböden tauen auf, die Gefährdung durch Muren nimmt zu und die Vegetation steigt bereits nach oben. Gleichzeitig soll die jährliche Niederschlagsmenge um ca. 10% zurückgehen, d.h. damit fällt auch weniger Schnee.

  1. Beniston, Haeberli,1998 []
  2. www.gletscherarchiv.de []